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  • Isabelle Tschugmall

4 Fragen an Melanie Tschugmall

Schon als Kind war ich neugierig, wollte Neues lernen und ging deshalb auch immer gerne zur Schule und in Museen.

Noch heute ist meine Passion das Entdecken von Kulturen und Ländern sowie Geschichte.

Was mich ebenfalls seit meinen Kindheitstagen begleitet und meine Reiselust bestärkt, ist der Antrieb die «Komfortzone» zu verlassen.

Ich bin davon überzeugt, dass man sich bietende Chancen nutzen sollte, auch dann wenn ein gewisses Risiko zu scheitern droht.

Nur wer etwas probiert, kann lernen und weiterkommen. Wichtig ist natürlich die Selbstreflexion.


Trotz 100 Prozent Pensum habe ich zwei aufeinander folgende Ausbildungen absolviert – zuletzt ein berufsbegleitender Masterstudiengang im Bereich Strategisches Marketing mit Fokus auf Innovation und Verhaltensökonomie. Nächstes Jahr beginne ich einen EMBA. Lebenslanges Lernen ist für mich nicht nur ein Schlagwort, sondern meine Lebenseinstellung.

Für mich beginnt Diversität bei jedem Einzelnen, und zwar auf intellektueller Ebene. Sprich, stetig Neues lernen, andere Fakten und Ideen zu bestehenden Ansichten anfügen und dabei seine eigenen Standpunkte stetig zu hinterfragen.


Meine Karriere plane ich langfristig, im Wissen, dass es dazwischen immer viele taktische Möglichkeiten gibt. Der rote Faden dabei ist Kundenzentrierung, strategische Geschäftserweiterung und das Zusammenbringen von unterschiedlichen Themenfeldern.

Aktuell leite ich bei Zühlke, einem international tätigen Businessinnovations- und Technologieanbieter, ein Branchenteam. Dieses ist interdisziplinär und divers aufgestellt, was mir sehr wichtig ist.


Als Ausgleich treibe ich regelmässig Sport wie zum Beispiel Ballett. Nebenbei betätige ich mich ehrenamtlich für Frauen und junge Mädchen, Female Empowerment ist mir ein ein grosses Anliegen. Ich bin Aktivmitglied beim Verband von Business and Professional Women Schweiz.


Des Weiteren haben meine Schwester und ich Ende 2019 die Non-Profit-Organisation

«The Small Village Botswana» gegründet. Die Organisation fördert Gesundheit, Start-up-Finanzierung und Bildung für Frauen in Botswana.


SWONET: Was fasziniert und begeistert Dich an Deiner Arbeit?

Melanie Tschugmall: Mich fasziniert, dass mein Beruf in einem technischen, innovativen Umfeld mir ermöglicht, immer an die Zukunft und somit einen Schritt weiter zu denken. Ich arbeite in einem Tech-Umfeld mit BWL-Background, also als «Nicht-Techie», und bin begeistert, wenn ich es schaffe, die zwei Welten zusammenzubringen. Gemeinsam mit Kunden die Vision zu gestalten und die Strategie zu schärfen – oder einfacher gesagt: Das Heute von Morgen zu definieren.

SWONET: Wie hast Du den Begriff Karriere nach der Ausbildung gesehen und wie siehst Du Karriere heute?

Melanie Tschugmall: Ich bin ja eigentlich noch in Ausbildung , da ich lebenslanges Lernen anstrebe. Früher war für mich der Begriff «Karriere» eher stereotypisch behaftet. Ich habe diesen immer als etwas erdrückend empfunden und in manchen Aspekten sogar für eine spezifische Gruppe von Personen vorbehalten. Damit einhergehend auch das Vorurteil, dass es bei der Karriere nur darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen. Diese Definition ist selbstverständlich falsch und zu einseitig. Heute weiss ich das auch.

Karriere hat viele Facetten, ich definiere es kurz gesagt so: Eine Aufgabe, wo man seinen eigenen Sweetspot findet, passioniert ist und dabei weiterkommt und sich beruflich weiterentwickelt. Aber auch das Weiterkommen, was Karriere eigentlich beschreibt, ist wiederum sehr individuell und divers.


SWONET: Welchen Tipp kannst Du Berufseinsteigerinnen oder Gründerinnen geben? Melanie Tschugmall: Gerade am Anfang werden euch viele sagen: «das geht nicht». Aber genau die Einsteigerinnen haben noch diesen frischen und neutralen Blick auf die Dinge. Dieser Blick ermöglicht die «lasst es uns ausprobieren» Haltung zu, was sich wiederum sehr positiv auf die Unternehmung auswirken kann. Verliert das nicht. Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt ist es, immer die extra Meile zu gehen und sich nicht vor Arbeit zu fürchten. Eine pragmatische Haltung in der richtigen Situation ist diesbezüglich besonders wichtig.

Und sucht euch möglichst bald Mentorinnen oder Mentoren, die euch fördern aber auch fordern. Also euch und eure Ideen challengen – nur so kommt ihr weiter. Vorallem innerhalb der Unternehmen braucht ihr ein gutes Peer-Network und Seniore Personen, die euch gerne unter ihre Fittiche nehmen. Schliesst euch an Netzwerke an und sucht Gleichgesinnte. Das ist für junge und ambitionierte Menschen, gerade auch für Frauen, wichtig. Generell gibt es in der Schweiz noch zu wenige, weibliche Rollenvorbilder, mit denen man sich identifizieren kann.

SWONET: Wie startest Du in den Tag? Melanie Tschugmall: Gerade das Homeoffice ermöglicht neue Freiheiten und Flexibilität, die ich gerne auskoste und zu schätzen weiss. Ich versuche seit Jahren einen klaren, zeitlichen Rhythmus zu haben, was mir allerdings nicht immer leichtfällt. Was ich aber immer mache als selbstdisziplinierter Mensch, ist aufstehen und mich bewegen. Egal welche Uhrzeit oder wann ich ins Bett ging. Aber zuallererst: Kaffee trinken. Ohne das geht gar nichts. Danach höre ich Nachrichten, einen Podcast und sende parallel meine To-do’s in Form von Mails an mich selbst .


Quelle: https://swonet.ch/4-fragen-an-melanie-tschugmall-fascinated-by-digitalization-diversity-believer-challenging-status-quo/?cn-reloaded=1




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